Der Heimat so nah

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7. Januar 2010 von ostprobe

Marokko, so sagten wir noch vor wenigen Tagen mit stolzgeschwelter Brust, ist der beste Kompromiss zwischen Waerme und Naehe. Das andaechtige Kopfnicken der Umstehenden verbunden mit neidvollen Kommentaren festigten unsere Ausbruchsplaene aus dem Grau-in-Grau des Hamburger Winters.

Natuerlich haben wir nicht erwartet, kokosmilchschluerfend in einem Liegestuhl zu sitzen und innerhalb einer Woche mehr Braeune zu generieren als mit einem Assi-Toaster-Abo. Aber so ein bisschen im T-Shirt durch gewuerzig duftende Gassen streifen, vor Cafes sitzend die wirbelnde Masse beobachten oder mit Sonnenbrille auf der Nase alte Steinmauern inspizieren – das waere doch nicht zu viel verlangt.

Stattdessen sind wir Tag fuer Tag nass. Es regnet mit irischer Bestaendigkeit. Der Regenschirm ist unsere taegliche Handfessel. Wenn wir im Fischerort Larache die Kueste entlang spazieren, schlaegt uns der Atlantikwind mit Wucht in den Nacken. Wenn wir die endlosen Stufen der himmelblau bemalten Stadt Chefchauen erklettern, stroemen Rinnsale kalten Wassers ueber die Schuhe. Und wenn wir uns um den Kamin eines bunt bemalten Berberhauses druecken und wie Scheherazade Geschichten vorlesen, ist das Trommeln auf den Dachern die Begleitmusik.

Marokko, so koennen wir jetzt sagen, ist die beste Moeglichkeit um sich nach den Weihnachtsferien im Schnee wieder an Hamburg zu gewoehnen.

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