Flüchtlingsfrauen und Forbesfatzkes

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31. März 2009 von ostprobe

Die eklige Seite von Pristina traegt einen roten Schlips, sitzt so breitbeinig, dass 2 Ballons zwischen die Oberschenkel passen und spricht deutsch. Nex stand mit seinem Kumpel an der Bar eines Berlin-Friedrichshain-maessigen Clubs neben meiner Unterkunft. Er hat hier vor kurzem ein Callcenter installiert – mit ehemaligen Fluechtlingsfrauen, die besser deutsch sprechen als er. Er selbst traegt zwar einen albanischen Pass in der Sakkotasche, hat aber 27 von 27 Lebensjahren in Ravensburg gelebt.

„Wir koennen von Deutschland einiges lernen“, sagt er. Und meint damit die Korruption im grossen Stil. „Ich mag es effizient – und es gibt nichts Schnelleres als Korruption.“ Sein Callcenter arbeitet passenderweise fuer deutsche Finanzunternehmen und schweizer Investmentfonds. Waehrend sein Kumpel noch eben nach seinem allabendlichen Abschuss unter der Weiblichkeit fahendet, erklaert er mir, dass unternehmerische Verantwortung erst anfaengt, wenn man einen sicheren Platz in der Forbes-Liste hat. Dann bekommt er ploetzlich Nachthunger. Auf Shrimps. Nachts um halb eins in Pristina. Eklig ist das.

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