Montenegro – das Mallorca von damals

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31. März 2009 von ostprobe

bei oma und opa im häusle

bei oma und opa im häusle

Warum Montenegro wie Deutschland in heiss ist:

Ulcinj ist ein Touristenorg. Die felsige Kueste wurde schon vor dem Krieg mit Sandsaecken und aufgeschuettem weichen Sand veredelt. Jetzt draengeln sich dort hunderte von Badegaesten Handtuch an Handtuch. „Frueher kamen 80 Prozent unserer Gaeste aus Deutschland“, sagt der Besitzer des Apartements, in dem ich unterkomme. „Das waren gute Zeiten!“
Uebrig geblieben sind davon aber nur noch vereinzelte Backpacker (ich) oder Serben, die in den 90ern nach Deutschland gefluechtet sind (die Grossfamilie hinter mir am Strand).

Mit deutsch kommt man hier auch besser voran als beispielsweise auf Englisch. An den Schildern vor den kleinen in den Berg gepflanzten Haeusern steht nicht „Rooms“, sondern fast ausschliesslich „Zimmer“.
Und die Verhandlungen fuer ein Apartement mit zwei englischen Paedagogen aus London fuehre ich. „Welchen Dialekt sprechen denn die beiden?“, fragt der Host verwirrt. Einen, der hier wenig yu bedeuten hat.

Warum Montenegro wie Europa in klein ist:

Die Bruecke ueber dem tuerkisblauen Bergfluss ist neu. Sie fuehrt von Bosnien nach Montenegro. Waehrend der Zoellner auf bosnischer Seite in einem grauen Container sitzt, hat die Europaeische Union den Montenegrinern eine moderne klimatisierte Grenzstation spendiert.

Auch im Inland ist die EU allgegenwaertig. Der serbische Dinar ist aus dem Alltag fast vollstaendig verschwunden. Wie im Kosovo sind alle Preise in Euro. Und auch der Bankautomat gibt nichts anderes mehr heraus.

„Unsere Staedte gab es schon, bevor es ueberhaupt ein Europa gab“, sagt ein alter Mann bei einem Glas Wein. „Wir sind nicht hierher gezogen, wir waren schon immer da.“ Die Kultur sei europaeisch. Schon immer.

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