Berlin – Tel Aviv: Der Städtevergleich

1

11. Mai 2012 von ostprobe

20120511-124751.jpg

Manchmal kommt es mir so vor, als wäre Berlin gar nicht diese rummelige Millionenstadt in der brandenburgischen Steppe, sondern viel mehr eine Idee, ein Gefühl, eine Lebensentscheidung. Und egal wo man auch ist, lässt sie sich auspacken und verbreiten. In Tel Aviv ist das auch passiert, weswegen es sich hier super Berlin-Bingo spielen lässt. Nach einer Woche habe ich folgende Bingo-Punkte kassiert:

Prenzlauer Berg:
existiert hier in Form von kleinen, durchgestylten Bars und Cafés mit Hipstern an Laptops – allerdings ohne Kinder – und jeder Menge Bioläden – mit umfangreichem Weleda- und Dr.Hauschka-Segment

Individualität:
gibt es hier vor allem an den Havaiannas, die statt mit der brasilianischen Flagge mit der israelischen oder Glitzerknöpfen betacktert werden können. Fensterglasbrillen und Vintage-Victims sind eher rar.

Partys:
sollen hier angeblich immer und überall stattfinden. „The city that never stops“ lässt sich TLV deswegen gern nennen (und vergleicht sich offenbar mit einer anderen rummeligen Millionenstadt). Man kann deswegen unablässlich von Großraumdiskos zu Clubs zu Dachterrassenpartys hopsen. Aber man muss schnell sein: Feiern und Feieretablissments wechseln hier schneller den Ort als der Berliner Raver seine Unterhosen.

Gentrifizierung:
Wie in Berlin auch werden hier die Apartments in bester Lage lieber an Touristen als an Studenten und Kreative vermietet. Die reichen Investoren sind hier nicht die Skandinavier, sondern angeblich Franzosen. Unser Apartment gehört aber einem mild lächelnden Israeli, der nebenan wohnt. Gentrifizierer sind wir jetzt trotzdem.

Günther Jauch:
lässt sich hier auch nicht öfter blicken als in Berliner Szenecafés. Der kleinste gemeinsame Fragennenner hat in einem traditionsreichen Café am Frishman Beach eine Runde treuer, älterer, weiblicher Fans. Jeden Freitag treffen sich die deutschstämmigen Jüdinnen dort, essen den legendären Kuchen und träumen vom Moderationsmessias. Als er diese ihre Geschichte einst in einer Berliner Zeitung las, soll er sie tatsächlich einmal dort besucht haben. Holy Shit!

Bepinkelte U-Bahn-Schächte:
Gibt es hier nicht. Haha!

Advertisements

Ein Kommentar zu “Berlin – Tel Aviv: Der Städtevergleich

  1. EDSON sagt:

    COMO SERIA BOM CONHECER OUTRA CULTURA FORA DO MEU PAIS ,POIS UM POVO QUE NEM OS BRASILEIRO AINDA NÃO OS CONHEÇO GOSTARIA DE CONHECER OUTRO POIS MAS ACHO QUE VOU MORRE E NUNCA VOU SAI DE SÃO PAULO,AGREDITO QUE SERIA UMA ESPERIENCIA MUITO BOA

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: