Gedankenbilderbuch Tel Aviv – das religiöse Partyspezial

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30. Mai 2012 von ostprobe

Im Jüdischen gibt es unzähliche religiöse Feiertage, die entweder an Freude oder Leid vergangener Tage erinnern sollen. In beiden Fällen muss viel, viel gegessen werden. Gerade war Shavuot, dass an das Empfangen der Thora erinnern soll. Dabei hilft offenbar Käse sehr gut, der an diesem Tag überall gereicht wird. „Warum?“, fragen wir einen Freund. „Da gibt es wohl keinen wirklichen Zusammenhang, sondern ist einfach ein perfekter Coup der Käseindustrie.“

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In unserer Nachbarschaft wurde Shavuot auch sehr groß gefeiert. Dort steht nämlich eine unscheinbare, beige verputzte, nüchtern-wuchtige Synagoge im Bauhausformat. Erst haben wir sie übersehen, aber der neue Rabbiner lädt dort jede Woche zur großen Sause auf dem kunstrasenbedeckten Höfchen. Es gibt immer Livemusik und – natürlich – ein gewaltiges Buffet.

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Noch heftiger geht es bei den Ultraorthodoxen zu, die nachts in einem Van durch die Straßen der Stadt cruisen. Auf dem Dach haben sie eine gewaltige Soundanlage installiert, aus der heftiger Lobpreis-Pop für den Messias wummert. An Kreuzungen springen die Partysanen mit Schläfenlocken aus dem Van, tanzen wild umher und ziehen Passanten in ihre ekstatischen Hopstänze mit ein. Gegessen wird aber nichts.

 

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